Unser Konzept von Ganztagsschule

 

Schülerschaft

 

Begonnen im Schuljahr 2002/2003 ist der Ganztagsbereich der Mittelschule Heuchelhof (MSH) seit 2006 mit 5 Klassen vollständig ausgebaut. In jeder Jahrgangsstufe von 5 bis 9 gibt es somit eine Ganztagsklasse. Mit ca. 100 Schülern macht dieser Bereich fast ein Viertel der Schülerschaft der MSH aus. Die Schüler kommen nicht nur aus fast allen Stadtteilen Würzburgs zu uns, sondern auch aus Stadtrandgemeinden wie Zell, Eibelstadt oder Reichenberg.

 

Räumliche Situation

 

Die Ganztagsklassen sind über alle "Abteilungen" des Schulgebäudes verteilt und haben jeweils ihr Klassenzimmer sowie einen Ausweichraum/Gruppenraum zur Verfügung.

Die Raumvoraussetzungen der Schule stehen dem Ganztag natürlich ebenso zur Verfügung: Dreifachturnhalle, Freisportgelände, zwei Werksäle, zwei Computerräume, Schulküche sowie ein Musizierraum mit zahlreichen Percussionsinstrumenten. Der Schulgarten mit einer Pergola, die rund 20 Personen Sitzgelegenheit bietet, bietet sich als "grünes Klassenzimmer" und als Ort des Lernens in und von der Natur an.

 

Mittagessen

 

Die Teilnahme am Mittagessen ist für alle Schülerinnen und Schüler der Ganztagsklassen verpflichtend. Die Kosten hierfür in Höhe von 80,- € mtl. werden an die Stadt Würzburg entrichtet und sind die einzigen Kosten, die für unser hochwertiges zusätzliches Unterrichtsangebot anfallen.

Mindestens eine Klassenlehrkraft pro Klasse nimmt immer am Essen in erziehender und begleitender Funktion teil. Ein freundlich eingerichteter Speiseraum steht samt Küchenabteil und Nebenräumen für das Mittagessen und ggf. gesellige Veranstaltungen zur Verfügung.

 

Unterricht

 

Der Unterricht in der Ganztagesklasse unterliegt einer starken Rhythmisierung, die durch den Wechsel von Klassenunterricht, Intensiv- und Förderunterricht sowie praktischen unterrichtlichen Tätigkeiten geprägt ist. Alle genannten Phasen finden sowohl am Vor- wie am Nachmittag statt. Der Unterricht liegt weitestgehend in den Händen von zwei Lehrkräften, die sich als Team im Kern- wie auch im Förder- und Intensivunterricht ergänzen. Besondere Beachtung findet dabei die Verknüpfung der Inhalte dieser Phasen. Somit erhält der Gesamtunterricht häufig die Form von Projekten, in denen Team-, Frei- und Einzelarbeit einander ergänzen. Die Ganztagsklassen werden am Nachmittag bis mindestens 16.00 Uhr unterrichtet. Dabei sind teilweise pro Klasse zwei Lehrkräfte eingesetzt, die v. a. die praktischen Fächer wie GtB oder HsB sowie Sport anbieten. Im Förderunterricht liegt der Schwerpunkt auf der Übung der kurz zuvor erarbeiteten Lerninhalte. Im Intensivunterricht werden in kleineren Gruppen nach Möglichkeit Lerndefizite aufgearbeitet bzw. erweiterte Lernvorhaben vorangebracht. Somit werden sowohl schwächere Schüler gestützt als auch leistungsfähigere zu erweiterten und vertieften Lerninhalten geführt. Ansatzpunkt ist jeweils die individuelle Begabungslage der Schülerinnen und Schüler. Gesprächskreise, Reflexions- und Planungsphasen, die häufig eingestreut werden, dienen der Erhöhung der allgemeinen Sprachkompetenz. Konfliktvermeidungs- und Lösungsstrategien werden entwickelt und dienen der Stärkung der sozialen Kompetenz und der gegenseitigen Toleranz. Arbeit am Computer und mit anderen modernen Medien (z.B. Videokamera, Mikrofon-Anlage) führen zum Erlernen eines sinnvollen und konstruktiven Umgangs mit den vielfältigen Angeboten (und Verlockungen) dieser Medien. In den Tagesrhythmus eingestreut werden immer wieder Bewegungs- und Entspannungsphasen, die sowohl dem Bewegungsdrang der Schüler als auch deren Psychohygiene dienen. Angestrebt ist auch die Zusammenarbeit mit den Vereinen des Stadtteils. Hier bot sich zuletzt der Würzburger Rugby-Club 2012 an, dessen engagierte Trainer die Ganztagsklassen im Rahmen der Semesterkurse durchgängig von ihrem Sport begeisterten. Ebenfalls im Rahmen der Semesterkurse fand auch ein Golfkurs in Zusammenarbeit mit dem Golfclub Würzburg statt. Weitere praktische Angebote der Lehrkräfte, wie z.B. der Bikepool oder die Gartengestaltung, bereichern diese unterrichtsbegleitenden Kurse und machen einen besonderen Reiz des Ganztagsbetriebes aus.

In der Freizeitbetreuung und in den Phasen der Intensivierung von hilft seit dem Schuljahr 2019/20 u.a. Herr Marco Weber mit. Er steht täglich ab 10.00 Uhr als Unterstützer der Lehrer und kompetenter Ansprechpartner der Schüler zur Verfügung. Er gestaltet Freizeit- und Übergangsphasen und bietet kleine Projekte an, und zwar täglich für eine andere Klassenstufe.

 

 

Berufsorientierung

 

Schüler der Ganztagsklassen werden noch intensiver in der Phase der Berufsorientierung betreut. In der 7. Klasse leisten sie am Ende des Schuljahres bereits ein verpflichtendes Schnupperpraktikum in Form eines Praktikumsnachmittags oder einer Praktikumswoche. 

Ab der 8. Klasse wird der Praxisbezug intensiviert: Die Schüler praktizieren in drei Blöcken. Block 1: Im Oktober, November und Dezember wird ein ganztägiges Praktikum einmal pro Woche abgeleistet. Block 2: Im März besuchen die Schüler wie die anderen Mittelschüler auch für zwei Wochen am Stück einen Betrieb auf. Block 3: Von Mai bis Juli praktizieren sie wiederum ganztägig einmal wöchentlich. Bei Auswahl und Begleitung und Reflexion des Praktikums fällt den Klassenlehrern dabei eine entscheidende Rolle zu.

Am Ende der 8. Klasse stellt jeder Schüler einen Ausschnitt/ein Ergebnis/ein Werkstück seiner Arbeit im letzten Praktikum vor. Zu dieser öffentlichen Präsentation sind Eltern, Lehrer und Vertreter der Betriebe eingeladen. 

 

Die 9. Klasse führt im Herbst nochmals ein betreutes ein- oder zweiwöchiges Blockpraktkum durch, um vor der "heißen" Bewerbungsphase noch einmal weitere Erfahrungen in einem Berufsfeld zu machen.

Seit dem Schuljahr 2007/08 werden die Schüler noch intensiver als bisher bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle und beim direkten Bewerbungsverfahren an der Hand genommen:

Die Spezialistinnen der Berufseinstiegsbegleitung mit Erfahrung in der Betreuung Jugendlicher bei der Lehrstellensuche, kümmern sich individuell um Berufswünsche, helfen bei der Suche nach Ausbildungsplätzen und bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen. Sie unterstützen unsere Schüler mit Nachdruck bei der Versendung und Kontrolle ihrer Berbungen. Für ihren Einsatz sei ihnen an dieser Stelle ausdrücklich gedankt!

 

Elternarbeit

 

Eine enge Kooperation mit den Eltern ist ein wichtiger Baustein für den Aufbau eines engen Gemeinschaftsgefühles in der Ganztagsklasse. Neben der häufigen, individuell angezeigten Kontaktnahme zwischen Schule und Eltern sollen Elternabende in regelmäßigem Rhythmus die Beziehung der Eltern zur Schule intensivieren. Die Eltern sollen sich in vernünftigen Maßen mit der Frage konfrontiert sehen: "Was können wir für unser Kind, die Klasse und die Schule im allgemeinen tun?"

 

Ausblick

 

Wir Lehrerinnen und Lehrer der Mittelschule Heuchelhof sind fest davon überzeugt, dass wir mit unserer Arbeit speziell im Ganztagsbereich ein sehr gutes Angebot machen, von dem jeder und jede der uns anvertrauten Schülerinnen und Schüler profitiert und auf seinem Bildungsweg damit ein entscheidendes Stück weiter kommt.

 

aktualisiert 10/2020

Georg Leitner